Donnerstag, 24. Juli 2008
...Bremen und alten Inline Skates.
So, mein erster Lagebericht aus der Heimat. Die Zugfahrt hierher war recht unspektakulär, allerdings habe ich festgestellt, dass man mit Reisespielen für Kinder besser vorsichtig sein sollte und nach Möglichkeit nichts mit in den Zug nehmen sollte, was zuviele Kleinteile enthält... ;)

Als ich in Nienburg war, kamen mir schon die gewohnten Regenwolken entgegen - aber wider Erwarten regnete es nicht, als ich mit meinem Vater und meinem Bruder aus dem Hauptbahnhof rauskam.
Heute morgen dann war das Wetter sogar richtig gut - die nächsten Tage solls noch besser werden. Ich habe schon Verabredungen am Badesee fürs Wochenende organisiert.

Vorhin hab ich meine alten grünen, topmodischen K2 Skates wiedergefunden und bin dann, nachdem ich mir noch Schoner geholt hatte, gleich mal aufgebrochen, die Teile mal wieder auszuprobieren.
Zuerst schön durchs Neustädter Flüsseviertel, weiter durch den Buntentor und schließlich an der Pipe entlang bis zum Werdersee fuhr ich - relativ problemlos (solange ich nicht bremsen musste). Ich machte sogar noch einen kleinen Abstecher zum Badestrand, der sehr gut besucht war.

Auf dem Rückweg gings wieder quer durch den Buntentor. Ich legte allerdings einen kleinen Stopp am Eisladen meines Vertrauens ein, um kurz zu verschnaufen.

Fazit: Laufen geht noch, Bremsen kann ich immer noch nicht und in Bremen ist bisher alles beim Alten.

Bleibt mir noch zu sagen: der Sommer ist wieder da! :)

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Dienstag, 8. Juli 2008
...morgentlichen Ausflügen nach Pankow
Fantastisch. Gestern noch gemütlich Sushi gegessen, mein Portemonnaie in der Tasche einer Freundin verstaut - und heute morgen auf dem Weg, genau dieses wieder einzusammeln, da natürlich niemand daran dachte, es aus besagter Tasche wieder auszupacken. Meine Geldbörse fuhr also völlig unbeeindruckt nach Marzahn Hellersdorf und lies mich nichtsahnend in Reinickendorf zurück.
Ein ernüchterndes Telefongespräch später war klar, dass die einzige Möglichkeit darin bestand, es um "Viertel 8" am Rosenthaler Platz abzuholen, da meine Freundin dort auf dem Weg zu ihrer Schule lang musste. Abgemacht. Nachdem ich aufgelegt hatte, realisierte ich mit Entsetzen, dass "Viertel 8" ja "Viertel nach 7" bedeutet... o.O
Der Wecker ging dann in Form eines quietschfidelen Radiomoderators um 6:15 Uhr an, um mir zu berichten, dass 12°C draußen waren - super, ich hatte ja auch bloß einen kurzen Rock dabei. Ich fror jetzt schon. Nachdem ich mir einen etwas zu dünnen Kaffee eingeflößt hatte (ich experimentiere noch mit der richtigen Dosierung dieser Gratis-Prämien-Kaffeemaschine), musste ich auch schon los zum Franz-Neumann-Platz. Ab in die U8, die schon bereit stand, als ich aufs Gleis und zwischen die schließenden Türen hechtete, und bis zum Rosenthaler Platz gefahren. Raus Richtung Tram. Läuft doch. Dachte ich, bis ein Anruf mir verriet, dass meine Freundin schon weitergefahren war, weil sie sonst zu spät zur Schule käme. Unter etwas verzweifelten Instruktionen schaffte ich es in die M1 Tram, die glücklicherweise gerade über die Kreuzung fuhr. "Fahr einfach bis Nordende". Gesagt, getan. Ich fuhr... und fuhr... und entschied mich schließlich dafür, doch mal auf den Plan zu schauen, wie weit denn dieses Nordende eigentlich im Norden war. Holla, noch 10 Stationen... Ich ließ mich auf einen Vierersitz fallen und frühstückte erstmal mein Kinder Bueno. Nach ein paar Stationen gesellten sich zwei Mädchen zu mir, die voller Elan über die halbe Tram lästerten, da sie all diese Leute aus der Schule zu kennen schienen. Bevor die beiden ausstiegen wurde noch festgestellt, dass man ja gehen würde, wenn man heute tatsächlich von der Schule fliegen sollte. Ohne Worte ;)
Ich wollte gerade nochmal in Richtung Plan aufbrechen, da hielt mir jemand mein Portemonnaie vor die Nase! Ha! Meine Freundin musste nun noch ein paar Stationen fahren, wir unterhielten uns kurz, ich fand heraus, dass ich irgendwo im tiefsten Pankow war - und dass hier natürlich keine passende S-Bahn fuhr.
Ich musste ja auch bloß nach Dahlem... Also ab in die Tram der Gegenrichtung und wieder zurück zum U-Bahnhof Pankow, von dort mit der U2 zum Wittenbergplatz, kurz Geld und Frühstück gekauft und weiter mit der U3 zum Thielplatz. Um 9:15 Uhr kam ich auf der Arbeit an.
Fazit: irgendwann werde ich mal mehr von Berlin kennen, als jeder Berliner ;) Abgesehen davon siehts in Pankow eigentlich ganz nett aus... Aber bis ich noch einmal mit der Tram dorthin fahre, vergeht hoffentlich eine ganze Weile ^^
So, und jetzt frühstücke ich erstmal.
Bleibt mir noch zu sagen: ein hoch auf die Bildung.

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Donnerstag, 26. Juni 2008
...glücklichen Irrtümern
Tja, da hab ich mich wohl - zum Glück - getäuscht!

Nach dem "wir" (dieses völlig irrationale unkritische 'wir sind Deutschland - Gefühl' bedarf eigentlich auch nochmal einer eigenen Abhandlung) das Halbfinale also gewonnen hatten, musste ich wohl oder übel mit der U-Bahn am Ku'Damm vorbei.

Schon als ich einstieg, war alles voll mit völlig außer Kontrolle geratenen Deutschland-Fans. Der Aufruf "Wir wollen wippen!" wurde durchgesetzt bis zum bitteren Ende, sodass die Strecke zum Ku'Damm etwa doppelt so lange dauerte, wie normal, da der Fahrer immer wieder anhalten musste, damit die U-Bahn keinen Schaden nahm.

Kurz bevor wir ankamen brach dann auch der erwartete Krawall aus. Hooligans, Schlägerei, Polizei. Doch das schien nur ein kurzes Aufmucken gewesen zu sein, war relativ schnell unter Kontrolle gebracht und als ich am Ku'Damm ausstieg, bot sich mir ein komplett anderes Bild:

Überall feiernde, sich umarmende Menschen, Autokorsos, Fans, die auf dem Dach eines Busses tanzten - Deutsche wie Türken. Einige Türkei-Anhänger hatten offenbar kurzerhand beschlossen, einfach statt die eigene Niederlage zu betrauern, den Deutschen Sieg mitzufeiern. So beobachtete ich zum Beispiel ein Auto, auf dem ein deutscher und ein türkischer Fan nebeneinander saßen und beide ihre Nationalflagge schwenkten.

Ein interessantes Phänomen: Menschen finden offensichtlich großen Gefallen daran, auf Dinge hinaufzuklettern. Was gerade da war, wurde erklommen. Busse, Baucontainer, die Gedächtniskirche, Straßenlaternen oder Dächer.

Ich bin sehr überrascht von dem Ausgang des Abends, aber es freut mich zu sehen, dass so etwas wie interkulturelle Freundschaft - wenn auch erstmal nur für einen Abend - so gut funktionieren kann.

Bleibt mir zu sagen: FINALE - OH OH!!!

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